Artist: Graber
VÖ: 21.10.2020
Genre: Gedichtslieder über den Tod
Geschrieben von Roman Golub
Ausgabe Januar 2021

 

 

 

Am 21.10.2020 kam von Graber der Longplayer „Schattenklang“ heraus. Darauf befinden sich 16 Gedichtslieder, die sich mit dem Thema Tod befassen. Dieses Werk kann als eine lyrische und akustische Begegnung mit dem Tod verstanden werden. Um mich mit den Lyrics auseinanderzusetzen war ich sogar auf dem Friedhof, weil ich dort die richtige Stimmung dafür brauchte und diese dort spürte. Die Titel versetzten einen in eine trüb sentimentale und nachdenkliche Stimmung.

 


Im Intro und gleichzeitig dem Titelsong des Albums sorgt der Bass für die tiefe Stimmung und Atmosphäre. Es wird gut in die akustische Welt mit akustischen Begegnungen eingetaucht, so deute ich es.

 


„Der Tod rafft“ ist eines der beeindruckendsten Stücke. Hier wird fast alles aufsummiert, was der Tod zerstört oder vernichtet. Die häufige Verwendung der Hauptaussage wirkt sehr bombastisch oder besser gesagt sehr eindrucksvoll. Klar soll sein, was der Tod bewirkt bzw. dahinrafft. „Der Tod rafft alles, rafft alles, rafft alles, der Tod rafft alles dahin. „Dieses Gedichtslied ist bemerkenswert konzipiert. Er hat einen plötzlichen Schluss (der Tod rafft a-“), bricht also genau abrupt ein, wie der Tod quasi alles dahinrafft. Mitten in einem Wort ist das Stück zu Ende.

 


„Ich folge dir nach“ ist ein sehr fragender Titel. Es werden Fragen über das Leben im Tod gestellt, so möchte ich es ausdrücken, oder anders formuliert über das Leben nach dem Tod, das aber nicht unbedingt irdisch sein muss. „Wie ist es – hast du alte Freunde getroffen? […] Kommt es vor, dass du das Leben vermisst?“

 


„Ohne Abschied“ wird mit ganzer Emotionalität vorgetragen. Wut ist spürbar, aus der Sicht des Hinterbliebenen wird diese dargeboten. Trauer und vielleicht auch Verzweiflung sind auch spürbar. „Du warst weg ohne Abschied! / Fuck you! Fuck you!“ Krachende Instrumente sind zu hören, wenn Gitarre, Bass und Percussions gemeinsam loslegen und diese Verse untermauern. Im Gegensatz dazu ist das dezente Spiel mit der Gitarre zu hören, wenn es um es um den Tod bzw. die Trennung vom Lebenden geht. „Du warst weg ohne Abschied: / ein Nichts nach der Fülle, / ein Zuviel des Entrissenen.“ Spannungsauf- und -abbau werden so gekonnt inszeniert.

 


„Elias sagt“ und „Wir durften nicht“ erzeugen eine sehr nachdenkliche Stimmung. „Wie alleine warst du?“ strahlt viel Ruhe und Besinnlichkeit aus.

 


In erster Linie sehe ich die Sichtweise von Graber als eine respektvolle Form des Umgangs mit den Toten an. Streckenweise wird ein Dialog mit den Verstorbenen geführt, so hat es zu mindestens den Anschein. Instrumentale Töne und akustischer Hall verleihen dem Ganzen eine besondere Würdigung und eine spezielle Wirkung. Die Vocals sind sehr betont ausgelegt. Die Instrumente untermalen die Aussagen der einzelnen Titel sehr gut.

 

 

 

 

 

 

 

Tracklist:

01 Schattenklang
02 Der Tod rafft
03 Ich folge dir nach
04 Steh am Stein
05 Gräberfeld
06 Heute
07 Ohne Abschied
08 Fallen
09 Elias sagt
10 Wir durften nicht
11 R. I. P.
12 Dunkel deiner Hoffnung
13 Im Schilf sprach der Abschied
14 Schwarze Träume
15 Wie alleine warst du?
16 Eingesargt und zugedeckelt

 

 


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