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1. – 3. 08.2019

"Herzlich willkommen zur cineastischen Horrorshow"


Artist: Wednesday 13
Genre: Horror Punk, Hard Rock
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 27.09.2019
Geschrieben von Sonja
Ausgabe November 2019

 

 

 


Wo um Himmels Willen setzt man bei solch einer Scheibe an? Necrophaze ist zum einen eine Hommage an die Filme John Carpenters oder besser gesagt an die einzigartigen Soundtracks. Aber zeitgleich auch ein ganz persönlicher, musikalischen Horrortrip, auf welchem sich Wednesday 13 jedoch nicht alleine begeben. Sie haben sich etliche Kollegen wie Alice Cooper, Roy Mayorga (Stone Sour), Alexi Laiho (Children Of Bodom), Jeff Clayton (GG Allin’s Murder Junkies) und Cristina Scabbia (Lacuna Coil) eingeladen. Eins vorweg, ganz so düster wie noch in Condolences wird es auf Necrophaze nicht zugehen. Vielmehr begegnen Wednesday 13 dem Horrorgenre der 80iger mit einem gewissen Augenzwinkern.

 

Kein geringerer als Schockrocker Alice Cooper darf den 12 Track starken Horrortrip im Opener „Necrophaze“ einleiten. Atmosphärisch dicht wird musikalisch mit druckvollem Schlagzeug und rauen Gitarrenriffs gearbeitet. Perfekt eingestimmt und neugierig auf mehr, dröhnen die Bässe auf der Mitbringfeier „Bring Your Own Blood“ während die Synths zeitgleich dafür sorgen, dass das Tanzbein sich bewegen möchte. Zwischen skurilen Teenie-College-Gruselparty und einer Familienfeier bei der Addams Family fühlt man sich richtig wohl. Bereits hier spürt man, was den besonderen Charme der 8. Scheibe Wednesday 13's ausmacht. Sie erschafft spannende aber auch spaßige Horrorszenarien im Kopf der Zuhörer, spielt mit realen und filmischen Themen. In „Zodiac“ wird zB. an den bekannten Serienkiller der 60er Jahre erinnert. Entsprechend brutal wird hierbei am Sound gedreht. Nachrichtensequenzen sorgen für einen authentischen Nervenkitzel. In „Monster“ ist es vor allem Cristina Scabbia, die dem Song klanglich spannend werden lässt. Ihr Gesang kriecht einem unter die Haut. „Decomposed“ reiht sich lückenlos an und klingt wieder eine Spur mehr partytauglich. Hier ist es Roy Mayorga von Stone Sour, der zu überraschen weiß. Kennt man ihn sonst an den Drums, macht er sich hier virtuos am Keyboard.

 

„Be Warned“, bei dem uns Jeff Clayton (GG Allin’s Murder Junkies) unterkommt, entpuppt sich als kurzes Intro für das bassgewaltige „The Hearse“. Der Leichenwagen trägt den Zuhörer nun weiter durch die Horrorstory und kommt dabei metallischer daher als zuvor. Es zeigt sich wieder einmal, wie gekonnt Wednesday 13 mit den Genres spielen können und dabei ihren ganz eigenen Sound kreiiren. Und wo landet diese Fahrt? An der Henkerschlinge „Tie Me a Noose“, was sich ähnlich metallisch anschließt.

 

Zurück zum Horrorpunk geht die wilde Fahrt dann mit den beiden folgenden Songs. „Life Will Kill Us All“ und „Bury The Hatchet“ sind deutlich schmissiger und könnten sich live super machen. Nachdem das Kriegsbeil musikalisch begraben wurde, scheinen Wednesday 13 ihren Frieden mit all den Abscheulichkeiten des realen als auch cineastischen Lebens gemacht zu haben. Es folgen jedoch noch zwei Stücke. Die Synth-Nummer „Necrophaze Main Theme (End Credit)“ ist letztlich das, was schon der Titel beschreibt, eine Abspannmusik für ein cineastisch angelegtes und immer wieder vor dem inneren Auge als Horrorfilm inszeniertem Albums.

 

Quasi als Post-Credit-Szene holen Wednesday 13 jedoch nochmal ganz groß aus und präsentieren ihre Version von W.A.S.P.s „ Animal (Fuck Like A Beast)“. Gemeinsam mit Alexi Laiho (Children Of Bodom) halten sie sich jedoch weitesgehend am Original fest.

 


Eins haben alle Songs von Necrophaze gemeinsam, sie spiegeln den markanten Sound von Wednesday 13 wieder. Nach kurzem Intro wird eine düstere Atmosphäre aus rohen Gitarrenriffs, treibenden Schlagzeug aber eben auch Elektrobeats, die immer noch den Bogen zum Industrial spannen. Das macht durchweg Laune und wird auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig. Cineastisch werden immer wieder Soundeffekte und Sprachsequenzen eingebaut. Das geht unter die Haut und erschafft einen schaurig schönen Horrortrip, den man durchaus als eine Hommage an John Carpenter sehen kann, an den Necrophaze akustisch als auch visuell erinnert.

 

 

 

 

 

 

 

Tracklist:

01. Necrophaze
02. Bring Your Own Blood
03. Zodiac
04. Monster
05. Decompose
06. Be Warned
07. The Hearse
08. Tie Me A Noose
09. Life Will Kill Us All
10. Bury The Hatchet
11. Necrophaze Main Theme (End Credit)
12. Animal (Fuck Like A Beast) – W.A.S.P. Cover

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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