Festivals
Festivals
Mit Anthrax / Eisbrecher / Cradle Of Filth und vielen mehr ...
1. – 3. 08.2019

 (Fotograf: Kiki Heindl)


 

Interview mit Kira Sinister und Michael von Sündenrausch.
Redakteur: Roman Golub

 

 

Sündenrausch sind Kira Sinister (Vocals) und Michael (Gitarre). Live werden sie noch durch Jonathan Murphy (Bass) und Jörn Schwarzburg (Drums) unterstützt. Kira und Michael beantworteten in einem Interview Fragen zu „Zeitgeist“ und anderen Themen rund um Sündenrausch.

 

 


Wie seid ihr zum Titel eures aktuellen Mini-Albums „Zeitgeist“ gekommen?


Kira: Der Titel entstand während des Songwritings. Michael und ich haben darüber gesprochen, dass der Zeitgeist zu sein scheint, dass man einen Großteil seines Lebens in der digitalen Welt verbringt und sich dort profiliert. Eine Welt die oft mehr Schein als Sein ist. Und doch geht es ja am Ende um die Fußspuren die wir in der realen, nicht-digitalen Welt hinterlassen und um das, was von uns übrigbleibt, wenn wir schon lange weg sind.

 

 

 

 

 

„Zeitgeist“ fällt durch eine eigene Handschrift positiv auf. Scheinbar ist es so etwas wie eine eigene Welt. Inwieweit werden in den Texten eigene Erfahrungen und Einstellungen verarbeitet? Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Texte?


Kira: Danke für das Kompliment! Es ist sehr unterschiedlich was mich inspiriert. Wenn es beispielsweise eine thematische Vorgabe für einen Song gibt, brainstorme ich und versuche aus eigenen Erlebnissen und Gefühlen im Zusammenhang mit dem Thema etwas zu schreiben. Bei unserer EP “Schwarz wie Ebenholz” zum Beispiel war es das Thema Märchen, was ich dann metaphorisch verwendet habe. Manchmal ist es auch nur ein Wort das mir gefällt oder ein Gefühl, das ich versuche in Bilder zu fassen. In meine Texte fließt immer ein Stück weit eigene Weltanschauung mit ein.

 

 

 

 

 

 

(Fotografin: Jana Breternitz)

 

 

 

 

 

 

Eure Texte sind sicherlich interpretationsfähig. Ich selbst habe den Song „Gift“ in meinem Review anders gedeutet als es eure ursprüngliche Aussage war. Habt ihr irgendwelche weiteren Erfahrungen von Fans oder Anderen mit der Identifikation oder der Auseinandersetzung mit euren Lyrics?


Kira: Ja, das finde ich immer sehr spannend - ich bin immer wieder überrascht wie unterschiedlich Texte aufgefasst werden. Aber ich finde das macht Musik aus - sie ist etwas Lebendiges.

 

 

 

 

 

„Gift“ handelt von Religion und Gott? Welche persönliche Beziehung habt ihr zu diesem Thema. Inwieweit hat eurer Ansicht nach Religion etwas mit Liebe zu tun?


Michael: Grade hatten wir es ja mit der Interpretation. Kira hat den Text geschrieben und ich habe "Gift" sofort mit dem Internet assoziiert und überhaupt nicht mit Religion, man hat allerdings das Gefühl für viele ist das Internet die neue Religion und die Influencer ihre Prediger. Um auf die Frage zurückzukommen, ich denke Religion kann sehr viel mit Liebe zu tun haben, aber gleichzeitig auch sehr viel mit Hass.

 

 

 

 

 

 

(Fotograf: Emma Vornberger)

 

 

 

 

 

Warum habt ihr den Song „Gods & Monsters“ von Lana Del Rey gecovert? Dieser Track ist nur als Bonustrack auf der physischen CD von „Zeitgeist“ vertreten.

 

Kira: Ich mag das Morbide, Düstere an diesem Song und kann mich vermutlich gut mit dem Text identifizieren – man wird schnell von seiner Umwelt verkorkst, sucht nach Ablenkungen und versucht in der Zwischenzeit sein Bestes zu geben.


Michael: Ich fand es interessant, auch mal einen englischen Song zu probieren. Und ich mag den Song auch sehr gerne, wir waren uns beide sehr schnell einig, dass das eine gute Nummer zum covern wäre.

 

 

 

 

 

Auf dem neuesten Blutengel-Release „Damokles“ singt Kira im Duett mit Chris Pohl. Zu dem Lied „Briefe an dich“ hat sie auch die Lyrics verfasst. Wovon handelt der Song und aus welcher Situation ist er entstanden?


Kira: Chris hat mir ein bisschen was zu “Damokles” erzählt, und sagte dass er sich in den Songs mit verschiedenen Ängsten auseinandersetzt. Die Gespräche mit ihm habe ich als Grundlage für den Text genommen, weil ich denke dass sich die meisten Menschen gut damit identifizieren können. Es geht darum, dass man sich manchmal verloren fühlt, in einer Krise steckt, aber wenn man Glück hat, hat man Menschen in seinem Leben, die einem dabei helfen da wieder raus zu finden. Für mich hat der Song daher eine sehr positive Botschaft - gib nicht auf, Du bist nicht allein!

 

 

 

 

 

 

(Fotograf: Thomas Sprenger)

 

 

 

 

 

Welche tiefere Bedeutung steckt hinter dem Cover von „Zeitgeist“?


Michael: Wenn man sich das Cover genau anschaut sieht man, dass die Totenköpfe im oberen Teil der Uhr zerfallen und unten als Einsen und Nullen, also digital rausfallen. Das ist für mich ein Sinnbild der Gesellschaft, in der es vielen wichtiger zu sein scheint, sich online möglichst gut darzustellen - siehe Instagram, Facebook etc. Einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen die Menschen nur noch virtuell. Am Ende leben sie dann mit ihren Bildern und Videos digital weiter, aber haben vielleicht einige menschliche Interaktionen verpasst, weil sie permanent auf das Display ihres Telefons starren.

 

 

 

 

 

Eure vorherige EP „Schwarz wie Ebenholz“ habt ihr durch Crowdfunding finanziert. Was waren eure Beweggründe dafür? War ihr davon überrascht, dass schon das Geld nach 60 Tagen zusammengekommen ist? Was für ein Dankeschön konnte man für eure Unterstützung bekommen?


Kira: Das war auf jedenfall ein sehr aufregendes Projekt. Wir hatten uns damals dazu entschlossen, weil wir selbst nicht das Geld aufbringen konnten, um ins Studio zu gehen und weil es darüber hinaus auch eine gute Promo- Möglichkeit ist, um mehr Leute zu erreichen. Neben der CD konnte man zum Beispiel Requisiten aus unserem Videodreh zu “Heute Nacht” oder Wohnzimmerkonzerte erwerben. Oder man konnte live im Studio dabei sein, während ich eingesungen habe. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, war aber auch eine Menge Arbeit.

 

 

 

 

 

Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen und was verbindet ihr mit eurer Musik?


Kira: Ich wollte etwas das gleichzeitig rockig, mystisch und auch ein bisschen weiblich klingt… irgendwann war der Name einfach da. Unsere Musik ist für mich sehr persönlich, ein bisschen wie eine begleitende Chronik zu meinem Leben - sicherlich überzeichnet oder entfremdet, aber der Kern trifft meine Persönlichkeit. Wenn ich es mit einem Geschmack beschreiben würde, würde ich sagen bittersüß.

 

 

 

 

 

Was können eure Fans bei einem Konzert von euch erwarten?


Kira: Eine Reise durch unsere Welt.

Danke für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Fotograf: Kiki Heindl)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Joomla templates by a4joomla