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Genre: Krimi, Polizei-Serie, Drama
VÖ: 15.06.2018
Label/ Vertrieb: VÖ: 15.06.2018
Anzahl Disk: 2 DVD9
Anzahl Folgen: 4
Bonus: 47 Min Interviews mit Cast and Crew
Laufzeit: ca. 360 min
Geschrieben von Bibi
Ausgabe Juli 2018

 

 

 

 

 

„Neben den zahlreichen Verbrechen, Serienmorden und mysteriösen Fallen, denen sich Morse und Thursday Tag für Tag stellen müssen, geraten sie und die Polizei dieses Mal selbst ins Visier von Kriminellen. Von Einbrechern verwüstete Wohnungen, Morddrohungen und todbringende Krankenhausstationen sind erst der Anfang. Zudem werden die Ermittler nunmehr von privaten Problemen geplagt, die die Ermittlungen ausbremsen: Joan, Thursdays Tochter, verschwindet heimlich aus Oxford und lasst ihre Familie, und auch Morse mit einem gebrochenen Herzen zurück. Trotzdem macht sich Morse an die Arbeit und versucht, seinen Abschluss zum Sergeant zu absolvieren. Sich trotz privater Schicksale noch auf die Arbeit zu konzentrieren wird für die beiden Detectives schwerer denn je.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in der 4. Staffel überzeugt Shaun Evens als etwas schrulliger, und nicht sonderlich bei den Kollegen beliebten Morse, der immer mehr in den Fällen sieht, als seine Kollegen, und seine Vorgesetzten mit seinen „manchmal“ kuriosen Ideen schier in den Wahnsinn zu treiben scheint. Und dennoch liegt er meistens richtig und schafft es den Fällen, die scheinbar klar sind eine ganz andere Wendung zu geben.

 

Die Episoden selbst sind wie gewohnt spannend, und auch manchmal etwas skurril, sei es die Pop-Band, die von einer fanatischen „Sittenwächterin“ verfolgt wird, oder das Bett 10 im Krankenhaus, welches so viele Todesfälle aufweist, wie kein anderes im Krankenhaus. Eines haben aber alle 4 Episoden in Staffel 4 gemeinsam, sie sind brillant geschrieben und gespielt. Das Flair der landschaftlichen Kulisse in Oxford und der Charme der 60iger Jahre sind das I-Tüpfelchen der beliebten Serie.  

 

Trotz aller Widrigkeiten schafft es Morse auch diesmal, sich wieder bei seinen Vorgesetzten durchzusetzen, und macht so manchen Alleingang, der ihm Kopf und Kragen kosten könnte. Besonders schön finde ich persönlich, dass die Folgen so komplex sind, dass man diese auch gut und gerne 5- oder 6-mal hintereinander ansehen kann, ohne dass es langweilig wird.

 

Schon von der ersten Staffel an habe ich mich in die Geschichten und Storys rund um den eigenwilligen Inspector Morse verliebt, und bisher hat mich noch keine Staffel enttäuscht, im Gegenteil. Obwohl das Level von Anfang an hoch angesetzt war, können die Schauspieler, sowie der Autor das Level halten, und ich möchte jeden, der Krimis mag, diese tolle Geschichten an Herz legen. Kleiner Tipp: Holt Euch alle Staffeln, es lohnt sich!

 

 

 

 

 

 

 

Wissenswert: 

 

Nach Ausstrahlung von Staffel 4 der erfolgreichen englischen Krimiserie Endeavour (hierzulande: Der Junge Inspektor Morse) im Jahr 2017 gerieten zahlreiche Morse-Fans und -Kritiker in Großbritannien geradezu ins Schwärmen und bezeichneten diese Staffel als die bisher stärkste der Prequel-Reihe zum TV-Klassiker Inspector Morse manche wagten sogar blasphemisch die Behauptung, sie sei noch besser als das Original... Morse-Drehbuchautor Russell Lewis hat zum Jubiläum etliche liebevolle Reminiszenzen an den kultigen Inspector Morse versteckt (zum Staffelstart war es nämlich 30 Jahre her, seitdem die erste Folge von Inspector Morse in einer Adaption von Colin Dexters Roman The Dead Of Jericho am 06. Januar 1987 ausgestrahlt wurde). Abigail Thaw, Tochter des Original-Morse-Darstellers John Thaw, ist wieder als sympathische Zeitungsredakteurin Dorothea Frazil dabei, und auch Thaws Witwe Sheila Hancock ist in der 4. Staffel als Wahrsagerin Dowsable Chattox zu sehen (entliehen wurde der Rollenname übrigens einer bedauernswerten Frau, die Anfang des 17. Jahrhunderts als Hexe angeklagt wurde). Den renommierten Professor George Amory spielt in der ersten Folge der Neuseeländer James Laurenson, der auch in der ersten Episode vor drei Jahrzehnten mitwirkte…

 

 

 

 

 

 

Anspielungen und Reminiszenzen sind ohnehin Russell Lewis‘ Leidenschaft: So wird eine Schacheröffnung von der vielseitig begabten WPC Shirley Trewlove als „Kronsteens Variation“ des „Königsgambits“ bezeichnet – eine Referenz an den „Spectre“-Schurken Tov Kronsteen aus dem James Bond-Film From Russia With Love (in Wirklichkeit kreierte diese legendäre Variation ja bekanntermaßen Schachweltmeister Boris Spasski); die weiße Maus, die in der Folge Totenmaskeneine kleine Nebenrolle spielt, verweist auf Douglas Adams‘ Per Anhalter Durch Die Galaxis, in dem ein Riesencomputer von hyperintelligenten weißen Mäusen gebaut wurde. Der aufmerksame Zuschauer findet des Weiteren Hinweise und Zitate von den Beatles und Donald Fagens Nightfly; darüber hinaus sind Anspielungen an Die Schwarze Narzisse, Das China-Syndrom oder The Wicker Man natürlich für versierte Musik- und Kinofreaks das reinste Vergnügen.

 

 

 

 

 

 

Drehbuch: Colin Dexter (Lewis, Inspector Morse), Russell Lewis (Lewis)

Produktion: Mammoth Screen für ITV

Regie: diverse

Darsteller: Shaun Evans (Boy A, Cashback), Roger Allam (V wie Vendetta, Die Bücherdiebin, Die Queen), Anton Lesser, James Bradshaw, Abigale Thaw (Tochter von dem original Inspector Morse Darsteller John Thaw)

 

 

 

 

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