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Produktionsland: Deutschland, Polen
Produktionsjahr: 2020
Genre: Krieg, Drama
Medium: 2x DVD 
Label: Pandastorm
Geschrieben von Bibi
Ausgabe Juni 2020



nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Siegfried Lenz,
u. a. mit Jannis Niewöhner, Katharina Schüttler, Sebastian Urzendowsky, Florian Lukas, Rainer Bock, Bjarne Mädel und Ulrich Tukur

 


Im letzten Kriegssommer 1944 strandet der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) auf dem Weg Richtung Ostfront bei einem Haufen versprengter deutscher Soldaten. Auf verlorenem Posten und von den eigenen Truppen aufgegeben, erteilt der sadistische Unteroffizier Willi Stehauf (Rainer Bock) ihnen im Niemandsland der polnischen Wälder immer menschenverachtendere Befehle. Eine Begegnung mit der jungen polnischen Partisanin Wanda (Malgorzata Mikolajczak) und Gespräche mit seinem Kameraden Kürschner (Sebastian Urzendowsky) lassen Proska immer stärker an der Richtigkeit seines Auftrags zweifeln. Als die Rote Armee näher rückt, gerät der junge Soldat in Kriegsgefangenschaft und kann sich nur noch retten, indem er zum Feind überläuft…

 

 

 

 

 

 


Die Geschichte des Überläufers basiert auf den gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz, wurde in Deutschland und in Polen gedreht und im April 2020 im deutschen Fernsehen gezeigt. Platziert wurden in dem Kriegsdrama die passenden Schauspieler, die die damalige Stimmung und das Dilemma, in dem so mancher zu dieser Zeit steckte, gut rüberbringen.

 

 

Die Story wird nicht kitschig erzählt, sondern es geht Freunde und Feinde, Sehnsucht, Zugehörigkeit, Pflicht und Schuld. Eben um diese Themen, die immer bei einen zu Tage kommen.

 


Erzählt wird die Geschichte des Wehrmachtssoldaten Walter Proska, der im Laufe der Gesamtspielzeit von knapp 173 Minuten zu den Sowjets überläuft. Krieg ist schon eine schwere Thematik, die nicht jeder verfilmen kann, jedoch ist es in diesen Fall wirklich gut gelungen, und zumindest im ersten Teil kommt der Film dem Buch sehr nahe.

 

 

 

 

Es geht aber nicht nur um die Kriegszeit, sondern auch um eine Liebesgeschichte, die gut in die damalige Zeit passt, denn wirklich zusammen kommen die beiden nicht. Der Deutsche Proska und die polnischen Partisanin Wanda sorgen in dem Film für weitere zusätzliche Tragik, und so mancher wird hier mitfiebern, ob den beiden ein Happy End gegönnt ist.

 

 

„Der Überläufer“ glänzt mit einer wirklich guten Besetzung. Die Schauspieler überzeugen in den Hauptrollen genauso wie in den Nebenrollen. Und so kann man den Film getrost als eine gelungene Verfilmung bezeichnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wissenswert: Die Adaption von Der Überläufer basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman des mehrfach ausgezeichneten deutschen Schriftstellers Siegfried Lenz (1926 - 2014), einem der renommiertesten und bekanntesten deutschsprachigen Erzähler der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur (Deutschstunde, Heimatmuseum, So zärtlich war Suleyken) und erzählt die Geschichte des jungen Soldaten Walter Proska, der beginnt, den Sinn des Krieges in Frage zu stellen, wer der wirkliche Feind ist und ob er seine Pflicht erfüllen oder seinem eigenen Gewissen folgen soll. Lenz schrieb Der Überläufer bereits 1951, doch der Verlag zog die bereits gegebene Veröffentlichungszusage aus politischen Gründen zurück. 2016 wurde der Roman dann schließlich posthum veröffentlicht, vielerorts als Meisterwerk aufgenommen und belegte mehrere Wochen Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

 

Der Überläufer-Drehbuchautor Bernd Lange: „Lenz’ Buch ist ein Schlüsselroman über Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig haben der Blick des 25-jährigen Lenz auf das Nachkriegsdeutschland, auf die deutsch-deutsche Teilung und seine Frage nach der Schuld derjenigen, die das Land wieder aufgebaut haben, aus heutiger Perspektive fast hellseherische Qualität.“ (Quelle: Glückstern-PR)