Festivals
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Event: Festival
Datum: 30.06 – 01.07.2018
Ort: Schloß Broich / Mülheim
Geschrieben und erlebt von Bibi
Fotos: V-nerV
Ausgabe Juli 2018

 

 

 

 

Wenn man die Besucher des beliebten Festivals fragen würde, mit welchen Wort sie das jährliche Event beschreiben würde, würde immer wieder ein Wort fallen: Familie. Und das trifft den Nagel einfach auf den Kopf. Eine freundliche große Familie, die Ihr jährliches Familientreffen mit Livebands feiert. Das Oberhaupt der Familie ist ein ebenso freundlicher, wie resoluter Mann, der auf den Namen Michael Bohnes hört, und alles immer bis ins kleinste Detail organisiert. Kurzum – Das Castle Rock ist immer wieder ein absolutes Highlight für alle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag I – Der Freitag

Erstmalig wurden die Tore zum Schloss schon eine Stunde früher geöffnet, denn an diesen Tag sollte eine Band mehr auf der Bühne stehen. Pünktlich zum Einlass-Termin um 16 Uhr strömten schon jede Menge Menschen in die Burg und suchten sich den passenden Platz. Der erste Festival-Tag hielt für mich persönlich zwei Überraschungen parat, eine eine positive und eine negative, und mit genau dieser begann auch mein 1. Castle Rock Tag. 

 

Als Opener des 1 Festivaltages fungierten microClocks, eine Band auf die ich mich freute, denn vor einiger Zeit hatten wir diese Band auf einem Konzert erlebt, und waren absolut begeistert. Sobald die ersten Töne erklangen, positionierten sich die willigen Festival-Besucher rund um den Brunnen und vor der Bühne. Ab und an sah man bei der Band schon die eine oder andere Pommesgabel aufblitzen, dennoch blieb hier das Publikum noch sehr reserviert. microClocks schienen auch einen schlechten Tag zu haben, denn sie konnten die Meute nicht so richtig zum mitmachen animieren. Der Opener hat es ja bekanntlich immer etwas schwerer, aber die Band wirkte zum Großteil auch nicht wirklich motiviert, man hatte das Gefühl, sie ratterten einfach Ihre Playliste runter, und so sprang der zündende Funke auf nicht auf das Publikum über. Man spendete zwar wohlwollenden Applaus, aber zum abfeiern konnte die Truppe die Menschen vor der Bühne dennoch nicht bewegen. Für mich persönlich war der Auftritt sehr enttäuschend, vor allem da ich weiß, das die Jungs das besser können.

 

 

 

 

Ganz anders traten Harpyie auf. Mit abgefahrenen Klamotten und fetten Beats zogen sie vom ersten Moment das Publikum mit ein und holten die Castle Rock – Besucher vom ersten Moment an direkt ab. Diese Band hatte sichtlich Spaß und das spiegelte sich auch im Publikum wieder. Die Mittelalter-Rocker machten gute Stimmung und kamen in Mülheim richtig gut an. Es machte einfach Spaß ihnen zuzusehen und zuzuhören, und es kam keine Minute Langeweile auf. Mit ihrer einprägsamen Bühnenshow und der prägnanten Bühnenpräsenz haben sie sich an den Tag sicher noch einige Anhänger herangezogen!

 

 

 

 

Cypecore waren die Dritten im Bunde, und standen ursprünglich nicht im Line Up. Durch den Ausfall von Deadlook wurden die Mannheimer engagiert und durften Ihr Können unter Beweis stellen. Mit Ihren Leuchtenten Anzügen und mächtig Gegröhle sorgten auch sie für gute Stimmung und es dauerte nicht lange, und die ersten Pommesgabeln schnellten in die Lüfte. Mit fetten Gitarrenriffs, und elektronischen Elementen konnten sie mit ihrer speziellen aus Mischung aus Melodic Death und Cyberthrash sicher einige neue Fans dazugewinnen. Cypecore fetzten einfach!

 

 

 

 

Stahlmann mag man oder man mag sie nicht, dazwischen gibt es nichts. Ich persönlich kann mit den Männern nichts anfangen, aber das tut auch eigentlich nichts zur Sache, denn wichtig ist, wie die Menge auf die NDH-Band reagierte. Mit „lasst uns feiern“ eröffnete die Truppe Ihre Show und die Menschen vor der Bühne nahmen die Band beim Wort. Mit Hey, He, Hey wurde die Band gefeiert. „Hass mich“ wurde von überdimensionalen Sternschmeißern und einigen Feuersalven untermalt, und man kann eines mit Sicherheit sagen, die Göttinger machten fett Stimmung. Mittlerweile röhrten sie mit nackten Oberkörpern auf der Bühne, und ich bin mir sicher – so mancher fand das klasse. Mir persönlich hätten sie angezogen besser gefallen.

 

 

 

Mit Pain sollte nun die letzte Band des Tages Ihren großen Auftritt haben, und überraschten mich unglaublich. Und jetzt war noch einmal Headbangen angesagt, dem nicht nur die Band ausgiebig frönte, sondern auch so macher Besucher des Festivals. Eines Headliners würdig, wurden die Männer vom ersten Song an gefeiert, und zeigten, was sie so alles draufhatten, und gabe Ihrer Freude Ausdruck, dass sie hier spielen durften. „It`s a so rocking cool place“ schmetterte Sänger Peter Tägtgren von der Bühne. Pain haben eine verdammt gute Show hingelegt, und man merkte Ihnen an, was sie für einen Spaß daran hatten, hier zu rocken, und weil es so schön war, durften sie auch noch eine Zugabe geben. Das ist eben der Vorteil der Headliner auf einem Festival. Die Schweden haben übrigens ein verdammt gutes Händchen, die Stimmung anzuheizen, ohne dafür groß reden zu müssen. Die Musik der Band ging in Mark und Bein, und es war eine Freude zu sehen, wie die Besucher der Castle Rock auf die Männer abfuhren. Was für ein geiler Abschluss eines unglaublich schönen und musikreichen Tages.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag II - Der Samstag

Ich habe keine Ahnung, mit was Michael Bohnes den Wettergott bestochen hatte, aber auch am Samstag war feinstes Festivalwetter mit Sonnenschein pur. Kein Wölkchen trübte den Himmel und alle hatten gute Laune. Diejenigen, die am Tag vorher ein wenig zu tief ins glas geschaut hatte, wirkte zwar zu dieser frühen Stunde noch ein wenig betröppelt, aber sobald die erste Band zu spielen anfing, kamen auch diese auch so langsam in die Gänge.

 

 

Bereits um 12:15 Uhr ging es am Samstag los, und auch hier wartete eine Überraschung auf die Gäste des heimeligen Familientreffens. Die Düsseldorfer Seelensturm zogen von Beginn an (man beachte noch einmal die Uhrzeit) schon einen Teil Menschen direkt vor die Bühne. Doch bei diesen Temperaturen versucht sich der Hauptteil noch im Schatten aufzuhalten. Nach einem fröhlichen „Guten Morgen, begann die Band direkt mit „WOHIN GAHST DU?“ und der selbsternannte Düsseldorfer Weckdienst erntete schon den ersten wohlverdienten Applaus. Weiter ging es mit „KOMM SCHON“ und „ICH TRAG DEIN HERZ“, und tatsächlich klatscht vor der Bühne alles einträchtig mit. In der Zwischenzeit sorgte das Familienoberhaupt Michael Bohnes für eine kühlende Dusche aus dem Wasserschlauch, und schob damit die Stimmung noch ein Level nach oben. Als Guddie gab es dann einen ganz neuen Song vom kommenden Album. „DEINE ZEIT“ ist ganz in Seelensturm-Manier, als ruhigere Ballade angelegt. Als Überraschung holte die Band Michael Thionville (Sänger von Vodooma) auf die Bühne und man trällerte zusammen, was das Zeug hielt, und mit großen Applaus wurde die Band am Ende ihrer Show verabschiedet.

 

 

Another Tale zogen noch einmal ein paar mehr Menschen vor die Bühne. Man merkte, dass die Truppe Ihre Fangemeinde mitgebracht hatte, die sich geschlossen vor der Bühne versammelt hatte. Mit ihrem Gothic-Rock lagen sie auch ganz gut auf einer Wellenlänge mit dem Publikum. Mit dem letzten Song gedachte die Band Ihrem vor 16 Jahren verstorbenen Band-Kumpel Frank Peter Hermsen. „Das letzte Lied ist für Dich, ich weiß Du guggst uns zu“ Mit diesem balladesken Song verabschiedeten sich die Musikanten, doch nicht, ohne von einigen mit Zugaberufen bedacht worden zu sein. Doch die nächste Band stand schon in den Startlöchern, und wartete auf die Freigabe der Bühne.

 

 

Weiter ging es nach einer kurzen Umbauphase mit dem Buchstaben G. G – wie Godex. Mit seine sehr HIM-lastigen Stimmlage spaltet Sänger und Songwriter Tommy Tom (bis anfang 2009 bei Thora) das Lager, die einen – insbesondere die Mädels - fanden es klasse, vor allem weil er eben stimmlich so nahe bei HIM ist, die andere Hälfte konnte den Begeisterungstürmen nichts abgewinnen. Diese sanfte und düstere Stimme mag man, oder man mag sie eben nicht, dazwischen gibt es nichts. „Ich spiele heute Songs aus dem aktuellen Album“ und passend zum Wetter gab es dann auch „Shine So Bright“. Ob es an der Sonne lag, kann man nicht sagen, aber auch Godex konnten die Menschen nur mit Aufforderung zum klatschen bewegen.

 

 

 

 

Bevor Heimataerde auf die Bühne durften, erschien Schirmherr Michael Bohnes auf der Bildfläche und erkundigte sich nach dem Gesamtzustand der Gemeinschaft. „Willkommen zu Tag 2. SEID IHR GUT DRAUF?“ nachdem dieser Punkt abgeklärt war, durften dann die Männer mit den Ritteroutfits auf die Bühne und zeigen, dass sie würdig sind, auf einem so tollen Festival zu spielen. Schon nach dem ersten Song wurden die Männer bejubelt und stellten die ultimative Frage: „Wollt Ihr mit uns das Schloß zum beben bringen?“ Mann wollte, und war gewillt dafür alles zu tun. Heimataerde leisteten auch ganze Arbeit und zeigten eine verdammt gute und auch abgefahrene Bühnenpräsenz und eine verdammt geile Show.

 

 

 

 

Etwas ruhiger und gediegener ging es bei der Band mit dem Strohblonden Sänger zu. Beauty Of Gemina sind schon eine Nummer für sich, denn mit Ihrem Gohic Rock und der unglaublich angenehmen Stimme von Michael Sele, bekommen, von Anfang an den Applaus, den sie auch verdienen. Die Musk der Band bewegt die Menschlein zwar nicht zum abrocken, aber sie bewegt die Seele und das Gemüt, und auch das ist auf einem Festival wichtig. Doch auch mit der teils mangelnden Bewegung des Publikums zeugt man mit immer wiederkehrenden Beifallsstürmen, wie sehr mag die Musik und die Band mag! Beauty Of Gemina haben nicht nur mich überzeugt, sondern sind unglaublich gut angekommen und haben auch ohne Mitmachzirkus fett abgeräumt.

 

 

 

 

Als nächster Programmpunkt stand der Teufel mit seiner Combo „Tanzwut“ auf dem Plan, und auch hier wurde noch einmal kräftig am Stimmungspegel gedreht, selbst auf den Bänken wurde mitgesungen. Zu den üblichen Sprüchen, wie „Lasst uns durchdrehen, gab es bekannte Songs aus der Feder von Tanzwut und den Garant, das man sich noch einmal richtig verausgaben kann, und in bester Feierlaune machte das Volk mit und huldigte die Kultband. Tanzwut waren so gut wie gewohnt, und die Menge vor der Bühne hatte sichtlich Spaß, mit der Band und Ihrer Rockshow fett abzufeiern. Die Truppe hatte das Publikum gut im Griff, und machten richtig fette Stimmung. Einziger Kritikpunkt: Während die Fotographen noch im Fotograben waren, wurden schon die Feuersalven entzündet, das fanden einige dann doch nicht so gut, und sahen schleunigst zu, dass sie auf das sichere Gelände kamen.

 

 

 

Mit Evergrey wurde es noch einmal richtig laut, und mit fetten Beats rockten die Schweden den Schlosshof gewaltig. Progressiv angehauchter Power Metal schallte über die Lautsprecher direkt in die Ohren und Glieder der Anwesenden und auch diese Truppe kam gut an. Man sah immer wieder jede Menge Pommesgabeln durch die Lüfte fliegen und Fäuste hochschnellen, was für ein Spektakel! Der Gitarrensound der Schweden ist schon sehr fett, und das dunkle und leicht düstere Timpre des Sängers ist schon sehr beeindruckend. Grundsätzlich könnte man sagen, die Band hat noch mal einen draufgelegt und hat richtig abgeräumt.

 

 

 

Man merkte überhaupt nicht, wie die Zeit verflog, kaum hatte man sich dreimal umgedreht, stand auch schon der Headliner des Samstages auf der Bühne. Lacuna Coil durften den Rausschmeißer spielen, und dies taten sie vorzüglich. Sängerin Cristina Scabbia hat nicht nur Feuer im Hintern, sondern auch in der Kehle, und sprühte nur so vor Tatendrang. Die Italiener gingen direkt von Null auf Hundert, gaben von Anfang an richtig Gas, und bezauberten die Besucher. Wer nun dachte, der lange Tag hätte die Ausdauer der Meute vor der Bühne geschwächt, der ist auf dem falschen Dampfer, denn auch hier gab das Publikum noch einmal richtig Gas, und feierte mit der Band unglaublich ab.

 

 

 

 

 

Ein verdammt geiles Festival neigte sich dem Ende entgegen, doch vorher gab es noch eine Ankündigung von Michael Bohnes, die nicht allen schmeckte. Denn 2019 kann auf Schloss Broich aufgrund von Sanierungsarbeiten leider kein Castle Rock stattfinden. Aber es wird schon daran gearbeitet, eine Übergangsalternative (Out Of Castle) zu finden, um Euch das Warten auf das 20. Castle Rock in 2020 ein wenig zu verkürzen.

 

Wir werden Euch darüber in den News und auf Facebook auf dem Laufenden halten. 

Am Ende bleibt mir nur noch eines zu sagen: Danke Michael für ein weiteres so geiles Festival, für Deine immerwährende Mühe, deine Präsenz und das Du so bist, wie Du bist! Danke an alle Helfer und Besucher für zwei überaus friedliche und fröhliche Tage! Castle Rock ist immer und immer wieder wie nach Hause kommen, und welches Festival kann sich das schon auf die Fahne schreiben?

 

 

 

 

Lacuna Coil 

 

 

 

 

 

 


 

 

Tanzwut  

 


 

 

 


 

 Pain 

 

 

 

 

 

 

 


 

Stahlmann 

 

 

 

 

 

 


 

 microClocks 

 

 

 

 

 


 

Heimataerde 

 

 

 

 

 

 

 


 

Harpyie 

 

 

 

 

 

 


 

Godex 

 

 

 

 

 

 


 

Evergrey 

 

 

 

 

 

 


 

 

 Cypecore 

 

 

 

 

 


 

 Beauty Of Gemina

 

 

 

 

 

 

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