EISBRECHER - Jahresabschlusskonzert
am 16.12. 2017 in der Turbinenhalle / Oberhausen!
Festivals
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Nach einem kurzen Ausflug 2015 in die Lanxess Arena kehrte das Amphi Festival wieder an den Lieblings-Festival-Ort vieler Fans zurück. Back to Tanzbrunnen! Umrandet von 39 Bands und DJ`s an drei verschiedenen Orten konnte das ja nur gut werden, oder? Und erstmalig als Konzertort, stand die MS Rheinenergie als Austragungs-Ort zur Verfügung – das waren schon einmal mehr als gute Ausgangspositionen. 

 

Auf dem Gelände angekommen, machten wir uns auf eine lange Schlange am Eingang gefasst, doch es ging schneller als gedacht. Was wohl auch daran lang, das die Security – einem Tag nach der Schießerei in München – mehr Augenmerk auf evtl. mitgebrachte Getränke und Speisen hatte, als auf etwaige Waffen etc. Ganz klar das man auch was verkaufen möchte, ich hätte mich allerdings ein wenig wohler gefühlt, wenn das Hauptaugenmerk auf der Sicherheit der Besucher gerichtet gewesen wäre.

 

Auf der Hauptbühne machte sich allerdings schon die erste Band bereit, und erwies sich als absoluter Knaller. [x] – Rx waren ein wirklich übelst geiler Opener, der die Gehörgänge durchspülte, und einfach nur gefetzt hatten. Bunt bemalt zeigte man in elektronischer Manier dem ausverkauften Amphi, wo der Hammer hängt – und setzte die Messlatte richtig hoch. Diese Show galt es erst einmal zu toppen!

 

 

 

 

Dieser Herausforderung stellten sich Solitary Experiments, die schon seit 1994 Ihr musikalisches Unwesen treiben, und meisterten die gestellte Aufgabe mit Bravour. Die fünfköpfige Truppe in den schicken roten Hemden überzeugte durch Können, Professionalität und jede Menge Bandeigene Energie. Musikalisch entführte man die Meute vor der Bühne auf eine Reise durch viele Jahre Solitary Experiments – Bandgeschichte. Melodisch, elektronisch und doch voller treibender Sounds hatten die Jungs spätestens nach dem 3 Song alle in der Tasche – es wurde gefeiert, getanzt, geklatscht und gejubelt!

Das sollte es dann allerdings auch erst einmal mit den elektronischen Klängen gewesen sein. Nun waren die Mitbestreiter der Neuen Deutschen Härte an der Macht! Megaherz sollte kommen. Der Auftritt der Münchner wurde von einem anhaltenden Nieselregen begleitet wurde, aber wem störte das schon, in Anbetracht toller Bands und feinstem Festivalfeeling. Auch Megaherz ließ sich davon nicht beirren und der Herr Lex ballerte aus vollster Kehle die Megaherz-Klassiker über den Tanzbrunnen. Wie erwartet, griffen die Besucher der Hauptbühne den roten Faden auch direkt auf, und die Herzen wurden gefeiert. Als besonderes Highlight gab es noch eine Zugabe, die mit der Ballade „Für immer“ beendet wurde.

 

Megaherz hatte die Stimmung hochgekocht, und dies machten sich die Nachfolger zu Nutze. Die Rammstein Tribute Band hatte leichtes Spiel, und es gab einen fetten Rammstein – Song nach dem anderen. Die Meute freute sich und eifrig wurde mitgemacht, und wer keine Lust auf Cover-Songs hatte, der hatte ja immer noch die Möglichkeit zum Schiff und ins Theater zu gehen.

 

Erfrischend waren auch die Ansagen des Doktors schlechthin: Dr. Marc Beneke, der die Bands mit einem Enthusiasmus ankündigte, der schon sehr bewundernswert war.

 

Mit Mono inc. ging es auf der Mainstage weiter, die mit Stücken aus dem neuen Album „Terlingua“ und altbekannten Songs das Amphi regelrecht rockten. Mit dem schon aus vielen Festivals bekannten Drum – Duell zwischen Katha Mia und Martin Engler und feinster Musik lockten die Hamburger immer mehr Menschen hinter dem Ofen hervor, und es wurde trotz des großen Platzes verdammt voll! Und nicht nur die Menschen vor der Bühne hatten Spaß, auch die Band war unglaublich gut gelaunt, und das spiegelte sich natürlich auch in der Show wieder. So war es kein Wunder, das der Boden unter den Füßen bebte, und alle einfach nur Fun hatten.

 

 

 

 

 

Mit Tarja konnte ich mich noch nie wirklich anfreunden, doch eines muss man Ihr neidlos zugestehen, sie macht eine unglaublich gute Figur auf der Bühne, und auch trällern kann sie - keine Frage. Die Blicke der Männer dürften die Dame auch noch bis in den Schlaf verfolgt haben. Und sie versteht es, das Publikum für sich einzunehmen. Tarja hatte die Amphi-Besucher fest im Griff, und wie Marionetten machte man, was die schöne Frau erwartete. Auch Tarja sah man an, wieviel Spaß sie auf der Bühne hatte, und die Masse freute sich mit, und feierte und feierte und feierte …

 

 

 

 

Kurz darauf zeigte Peter Heppner, dass auch er noch nicht zu alt ist, um die Fans zu verzaubern. Mit unglaublich viel Gefühl und einer Intensität in der Stimme, die ich nicht erwartet hätte, war er für viele Menschen das heimliche Highlight des Samstages. Diesem ruhigen, aber schon sehr ergreifenden Auftritt folgte dann die Band, die die Massen spaltet: Blutengel! Immerhin, der Herr Pohl kann sich rühmen, das jeder 2. schreit: „Ich mag Blutengel nicht“, doch vor der Bühne stehen sie dennoch, und feiern ihn, als ob er der König wäre. Diejenigen, die nichts mit dem Herrn anfangen können, zogen von dannen, was aber kaum auffiel, denn es war rappelvoll! Mit Leinwänden, einer sanften Pornoshow der Damen auf der Bühne und Blutengelmusik konnte die Truppe die Anwesenden zum Bleiben bewegen, und auch hier standen Künstler auf der Bühne, die mit den Massen eine klasse Party feierten.

 

In der Theater-Stage gab es anfangs des ersten Festival-Tages einen Ausfall, denn One I Cinema konnten leider nicht auftreten. Doch Angels And Agony waren da, und bezauberten durch etwas sanftere elektronische Klänge. Und schon um diese frühe Urzeit war das Theater, welches fast ein wenig klein erschien, ziemlich gut besucht. Dive hingegen bewegten die Massen mit sehr minimalistischer Musik und ein stupiden Stimmlage, und zogen verwandelten die Fläche vor der Bühne in einen Hexenkessel.

 

 

 

 

Später war leider kein Durchkommen mehr in das Theater, und so mussten wir schweren Herzens die anderen Shows sausen lassen. Doch es gab ja auch noch das Schiff – die MS Rheinenergie, und auch dort spielten verdammt klasse Bands. Zudem – hier war ein anderer Catering-Betreiben zugange, und man konnte im Gegenteil zum Großteil der Buden auf dem Gelände lecker essen, ohne eine Bank ausrauben zu müssen. Der Nachteil: Man durfte seine Getränke, die man teuer erstanden hatte, nicht mit auf das Schiff nehmen, und wer wie wir das Pech hatte, gerade eben noch 2 Flaschen Getränke für 10!?! Euro (inclusive Pfand) in der Hand hatte, sollte diese in den Rhein kippen.

 


Der Samstag wurde von Beyond Obsession um 11 Uhr eröffnet und diese sorgten schon mal für mächtige Stimmung und glühten das Volk mit etwas sanfteren Klängen schon mal gut vor. Dass die beiden im Vorfeld ein wenig nervös werden, werkte man ihnen in kleinster Weise auf der Bühne an, denn sie bewiesen, dass sie zu Recht auf der Amphi-Bühne standen. Die Band hatte übelste gute Laune und strahlte mit der Sonne um die Wette. Trotz der mehr als frühen Stunde war schon mächtig was los vor der Mainstage, und gekonnt versetzte das Duo die Menschen in ein klasse Festivalfeeling.

 

 

 

 

TÜSN, die es tatsächlich erst seit 2014 gibt, präsentierten Ihr Debut-Album und konnten damit auch punkten und überzeugen. Etwas poppig, aber doch passend für das Festival, und trotz der kurzen Bandgeschichte ein professioneller Auftritt, der Ihnen einige weiter Fans beschert haben dürfte. Und da es gerade passte, und die Menge so schön am Feiern war, lud man doch gleich noch zur am bereits am 5.8 gestarteten Tour ein.

 


Mittlerweile wurde es voll auf dem Main – Stage Platz, Unzucht ziehen mittlerweile – vor allem ziehen sie jede Menge vor die Bühne. Textsicher und freudig zeigte sich das Publikum – denn laut und mit unbändiger Freude wurde mitgesungen und getanzt – Unzucht sind mit Sicherheit für den einen oder anderen zum heimlichen Helden mutiert. Unzucht haben im wahrsten Sinne gerockt und stellten zu der Gelegenheit einen neuen Song aus dem bald erscheinenden Album „Neuntöter“ vor, der mit seinen Speed Metal – Einlagen ganz gut in die Gehirnsubstanz gefressen hat, und auch wenn hier noch keiner mitsingen konnte, beschränkte man sich eben aufs Tanzen und springen, ließ die Haare durch die Lüfte wehen und freute sich einfach seines Lebens.

 

 

 

 

Genug gerockt! Es wurde wieder elektronischer. Solar Fake gaben sich die Ehre und wer Sänger Sven Friedrich und seinen Monsterakrobaten Andre Feller schon einmal gesehen hat, der wusste was ihm jetzt blüht! Wobei man sich schon fragen könnte, was der Herr Feller für Musik auf seinen Stöpseln hat, so wie der immer und immer wieder abgeht. Solar Fake machen nicht nur abgefahrene Musik, sondern bestechen immer wieder durch Ihre Bühnenpräsenz und die unglaublichen Verrenkungen des Meistes an den Klimperkisten-Tasten. Der König des Mikrofones hingegen gibt sich ganz anders, bescheiden, charmant und lächelnd – freute er sich wohl einfach, dass so viele Menschen so viel Spaß mit Ihnen hatten.

 

 

 

 

Suicide Commando legten noch einen obendrauf und entfesselten einen unglaublichen Begeisterungssturm. Kein Wunder bei der Show. Die Truppe hat es tatsächlich drauf die Luft zum Glühen zu bringen. Energiegeladen, gut gelaunt, wie man es eben gewohnt ist, und mit der Sonne strahlend entfesselten Suicide einen Sturm an Begeisterung von Seiten des Publikums. Kein Wunder, denn die Beats wurden schwallartig in die Masse geschmettert und es machte einfach nur Spaß. Hart, mit gehörig Druck wurden hier die Gehörgänge durchgeblasen, dass es einfach nur eine Freude war.

Ganz anders präsentierten sich Covenant, von denen ich persönlich sehr enttäuscht war. Denn eigentlich hatte ich mich auf genau diese Band am meisten gefreut, doch mutierten sie für mich persönlich vom geheimen Highlight zu eher langweilig. Soviel zu meiner persönlichen Meinung! Denn der Großteil der Anwesenden fand sie sehr geil, man tanzte gepflegt und freute sich über die Ruhe vor dem Sturm.

 

 

 


Der Sturm sollte sich dann in Form von Project Pitchfork entfesseln. Ausgelassen und freudig wurde nach den ruhigeren Stücken von Covenant der provokante und rotzige Sound von Peter Spilles und seinen musikalischen Begleitern angenommen. Das Publikum bekam Blasen an den Füßen vom vielen Tanzen, heißere Stimmen vom Gröhlen und Kopfschmerzen vom Headbangen. Und auch wenn man zeitweilig mit dem Sound zu kämpfen hatte, ließ man sich davon nicht beirren und machte professionell weiter. Project Pitchfork haben wieder einmal mehr gefetzt und sorgten für einen proppenvollen Platz.

 

 

 

Als letzte Band auf der Mainstage standen die Editors auf dem Plan, und auch hier spalteten sich, wie schon am Vortag bei Blutengel, die Gemüter. Manche fanden es nicht wirklich passend, trotzdem wurden es nicht weniger an Menschen, man könnte durchaus sagen, es war sehr kuschelig, da man Mann an Mann stand, wie schon erwähnt, es war unglaublich voll! Die Hardcore-Fans standen natürlich in der ersten Reihe und übergossen die Truppe auf der Bühne mit unglaublichen Jubelstürmen. Ein etwas ungewöhnlicher Headliner, aber man darf das Experiment getrost als geglückt betrachten.


Am Sonntag hatte man auch nicht so viele Probleme, in das Theater zu kommen, auch wenn dieses bei jeder Band gut gefüllt war. Mit Xotox stand die erste Band dort auf der Bühne und machten kräftig Krawall. Von dem harten Sound inspiriert, ging so manch einer um diese Uhrzeit schon an seine körperlichen Grenzen. Danach gab es eine Runde Chill-Out-Musik ala Mantus, melancholisch, träumerisch und wunderschön. Dem standen „The Beauty Of Gemina“ in nichts hinterher und zelebrierten Ihren ruhigen „Rock“. Danach wurde es dezent härter. Ost+Front präsentierten starke und laute Gitarrenklänge, die von allen Anwesenden ordentlich ausgelebt wurden. Zu späterer Stunde räumten Moonspell noch einmal richtig ab um letztendlich dem Herren Joachim Witt Platz zu machen, welcher mit seinem „Goldenen Reiter“ noch ein letztes Mal zu diesem Amphi Festival Begeisterungs-Stürme entfachte.

 

 

 


Das Amphi ist zurück am Tanzbrunnen, und das ist gut so. Wunderbare Stunden haben wir dort in einer einmaligen Atmosphäre verlebt, und auch wenn nicht alles so lief, wie es vielleicht sollte, (sehr hohe Preise auf dem Gelände, wenige Wasserstellen, nachlässige Security) gibt es doch viel mehr positive Punkte, als negative. Besonders die Met-Insel und vor allem auch der Bereich rund um die „Strandbar“ sind einfach unglaublich schön, und man hat bei diesem Festival eines, was nicht überall gegeben ist – Immer genug Bereiche an denen man sich mal ausruhen kann, und vor allem sitzen! Wir freuen uns, das das Festival an seinen Bestimmungsort zurück gekehrt ist, denn dieses unvergleichliche Feeling, und diese Atmosphäre gibt es eben nur am Tanzbrunnen – und wir freuen uns schon auf ein genauso tolles und abwechslungsreiches Amphi Festival 2017

 

 

Tickets für 2017 können hier bestellt werden: Tickets ordern

 

 

Impressionen:

 

 

 

 

Alle Fotos findet Ihr in unserer Galerie 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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