EISBRECHER - Jahresabschlusskonzert
am 16.12. 2017 in der Turbinenhalle / Oberhausen!
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Hörmich 2016 

14.05.2016

Kulturzentrum Faust 

Hannover 

Geschrieben und erlebt von: Bibi 

Fotos: V-nerV

 

 

 

Bereits am Tag vorher saßen wir schon im Auto, um den angekündigten Grillabend mit dem Hörmich-Team, Sprechern, Schreibern und Ausstellern zu verbringen. Dass die Autobahn voll sein würde an diesen Pfingstfreitag, war uns vollkommen klar, aber nicht das wir von einem Stau in den anderen stolperten, und so verbrachten wir den halben Tag im Auto. 

 

 

Endlich im Kulturzentrum Faust angekommen, war die Grillparty natürlich schon im vollen Gange und wir stürzten uns mitten ins Getümmel. Sehr entspannt ging alles zu, hier saßen die einen und futterten gemütlich, dort standen andere und fachsimpelten. Für schlappe 10 Euro konnten sich die hungrigen Zweibeiner am Grill bedienen. (soviel der Magen schaffte) Dazu gab es leckere Salate und unglaublich nette Menschen und Getränke konnte man  für je einen schlappen Euro erwerben, den man in die „Vertrauenskasse“ einwarf. Die Stimmung war unglaublich entspannt und ob man es wollte, oder nicht, man kam sofort ins Gespräch mit den Menschen. Natürlich drehten sich die meisten Gespräche um die Hörmich – denn der morgige Tag warf schon seine Schatten voraus. 

 

 

 

 

 

Pünktlich um 11 Uhr trafen wir am Haupttag im Kulturzentrum ein, und tatsächlich war auch hier alles zwanglos und nett. Ohne großes Federlesen bekamen wir unsere Bändchen, die uns Zugang zu allen Orten und Veranstaltungsetappen bescherten. 

 

Der Außenbereich war mit allerlei kleineren und größeren Ständen bestückt, in denen sich einige kleine und größere Leckerbissen versteckten, und so sah man immer mehr Hände in die Kisten greifen. Alleine schon dieser Trödelmarkt wäre eine Reise wert gewesen, doch viel faszinierender fanden wir, wie Kameradschaftlich und fair man hier miteinander umging. Einer der vielen Dialoge: „Was suchst Du denn genau? … also da geh mal am besten hoch zu Lindenblatt Records die haben die ganze Staffel HUMANEMY, das wäre glaube ich genau das richtige für Dich“. Ich denke, diese Aussage gibt genau dieses unbeschreibliche und freundschaftliche Feeling wieder, das aus allen Ecken und Enden strömte und spiegelt wieder, wie nah man sich hier doch auch innerlich ist. 

 

Besonders erwähnenswert sind unsere persönlichen „Wursthelden“ die tapfer hinter dem großen Grill standen und für das leibliche Wohl aller sorgten, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, gab es hier Würstchen und Fleisch mit einen Extraportion „Liebe“. Wer allerdings mehr auf Pizza stand konnte auch dieser Lust frönen, denn eine Station weiter Pizza in sämtlichen Variationen bestellen. Selbst die Veganer mussten nicht verhungern, denn auch für diese war ein extra Stand vor Ort! „Klasse“

 

Der Aussteller-Bereich dagegen lag ein wenig weiter oben, und wenn man die vielen Teppen hinter sich gelassen hatte, wurde man mit einer Flut von verschiedensten Austellern belohnt, und im ersten Moment wusste man gar nicht wo man zuerst hinsehen sollte. Unter anderem sah man Lindenblatt Records, die eine reichhaltige Auswahl an „Ihren“ Hörspielen dabei hatten, Marco Ansing, den man auch schon von diversen Live-Hörspiel-Bühnen kennt, Dreamland Productions waren natürlich auch mit von der Partie, und die Herren von Ohrenkneifer präsentierten sich ganz anders, denn hier hatte man die Gitarre mit eingepackt und lies das eine oder andere Ständchen musikalisch durch die Halle klingen. 

 

 

 

 

Auch hier lief alles unglaublich entspannt ab. Man konnte mit seinen persönlichen „Helden“, fachsimpeln, stellte Fragen und bekam immer nette und vor allem aufrichtige Antworten. Und das nicht im Vorübergehen, sondern man nahm sich auch schon mal richtig viel Zeit. Doch nicht nur Gäste und Hörspiel-Labels waren vertreten, sondern auch die „Sprecher“, die mit derselben unglaublichen Gelassenheit wie alle anderen Dialoge mit den anwesenden Menschen führten. 

 

Ein absolutes Highlight waren aber die „Live-Hörspiele“, die in einer gesonderten Halle abgehalten wurden. Aber halt, es gab noch einen Leckerbissen, nämlich der Hörspiel-Talk zu dem sich mehrere Label-Inhaber eingefunden hatten, um über dies und das zu diskutieren. Im Gegenteil zu anderen Podiumsdiskussionen, waren die Gespräche zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern kurzweilig und sehr informativ. Man stellte sich und seine neusten Schandtaten vor, und nicht nur die Männer auf der Bühne hatten unglaublich viel Spaß daran, sondern auch die zuhörenden Menschen. Ein Satz ist mir im Gedächtnis hängen geblieben: „ Als Hörspiel-Produzent hat man wenig Kontakt zu den Leuten, und es ist schön für uns zu sehen, das unser Zeug gewollt wird.“ 

 

Dann wurde es Zeit für weitere „Live-Act`s“ und nach einer kurzen Ankündigung von Jean Coppong stand Marco Ansing mit seiner Gefährtin (Katharina von Daake) auf der Bühne, und glänzte mit einer unheimlich lebendigen Performance und nahm die volle Halle mit auf eine Reise in die Steampunk-Welt von Johann Krieger. Immer wieder bezog er das Publikum mit ein, so musste man „Johann“ bei der Wahl zwischen Särge öffnen oder doch lieber den Gespenstern hinterher rennen behilflich sein. Eine witzige, kurzweilige Geschichte, die ihren Höhepunkt in einem aufregenden Duell fand. 

 

Mit aufregenden Stimmen folgten die Herren Ohrenkneifer, die – wie sollte es anders sein – einen Ausschnitt neuestes Hörspiel „Iris“ performten. Im Gebäck hatten sie noch eine junge Dame "Iris". Gekonnt machte man in spannenden Dialogen auf „Iris“ aufmerksam. Und dann – ein Schrei von der Bühne, der markerschütternd durch die Halle schallte. Was war das? Das war das Ende des Hörspieles, und wer wissen wollte, wie es weiterging – der musste sich im Laufe des Tages nach oben bewegen um dort „Iris“ zu erwerben. Wir hatten „Iris“ schon in unserer Tasche! Und zumindest bei uns ging die Rechnung auf – denn ich konnte es nicht erwarten, bis ich „Iris“ weiterhören konnte. 

 

 

 

 

Im Anschluss gab es von Dreamland eine Video-Vorführung mit kurzen Einblicken in den ganz normalen Sprecher-Wahnsinn, aber auch wieviel Spaß man dabei haben kann. Die Vorführung war die Premiere, und stückweise werden immer wieder kleine Videos davon auf youtube veröffentlicht. Sehr geil gemacht! Nach den sommerferien - so der jetzige Stand - werden diese veröffentlicht werden. 

 

Das war allerding noch nicht alles gewesen, denn noch standen Lindenblatt Records auf dem Plan, und man konfrontierte die Zuschauer mit einer wichtigen Weisheit: „Der Erzähler erzählt die Geschichte, deswegen heißt er Erzähler!“ Extra für die „Hörmich“ wurde das Hörspiel „Frankenstein und Co.“ eingespielt. Die dazugehörige CD wird noch eine weitere Story beinhalten: "Hamlet 2066" (ursprünglich "Hamlet 2007"). Beide Geschichten sind von Wolfgang Hohlbein geschrieben und stammen aus den frühen 80ern. Ein genaues Datum dazu gibt es noch nicht. Laut unserer Informationen wird es aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Mitte September erscheinen. Doch zurück zum Live- Hörspiel, denn dies ist auf jeden Fall noch einige Worte wert. 

 

 

 

 

Mit abgefahrener Musik umrandet, fing das Spektakel an, und die interessanten, klangstarken und emotionalen Stimmen rundeten zusätzlich zu den Effekten das ganze ab. Was aber noch viel mehr Eindruck machte, waren die Gesten mit denen das Hörspiel dargeboten wurde. Und da kann ich wirklich keinen besonders hervor haben, da jeder einzelne Charakter einen einzigartigen Charme hatte, der auch von den Männern auf der Bühne perfekt herüber gebracht hatte. 

 

 

 

 

Zwischendurch wurden auch die Kinder mit Live-Hörspielen bespaßt, und diese lauschten mit Ihren Eltern einträchtig den fantastischen Geschichten von "Mr. Pig und das Geheimnis des Einhorns" und „Andi Meisfeld“. 

 

Gegen 17 Uhr wurde so langsam abgebaut, aber ein Ende war noch nicht in Sicht, denn es gab noch eine „After Show“ – Zusammenkunft, und wer nicht dringend weg musste, wartete gerne und vertrieb sich die Stunde Wartezeit mit kurzweiligen Gespräche mit den Sprechern, Labels, und Besuchern. 

 

Wir haben 2 wundervolle Tage – umrahmt von netten Menschen – verbracht, und können mit Gewissheit sagen, das die „Hörmich“ nicht nur ein klasse Event für Hörspiel-Fans ist, sondern auch für Neueinsteiger, Neugierige, für jeden, der seine Zeit mit kurzweiligen Geschichten verbringen möchte. Ein ganz großes Lob geht auch die Veranstalter, die dieses Pfingstwochenende für viele zu etwas besonderen gemacht haben. 

 

 

Impressionen:  

 

 

  

 

 

 

 

 

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